Tyr

Aus Liber Paganum
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nord. der leuchtende, der glänzende, auch Tiwaz, Tiu, Tiuz, Teiwaz, Saxnot, Ziu.

Tyr ist der Gott des Krieges und der Schlachten, der Kriegsregeln, der Gerechtigkeit, der Rechtschaffenheit, der Schutzgott des Things, der Herrscher über die Eide und der Sühner der gebrochenen Versprechen. Er gilt als kühn, klug, mutig, stark, mannhaft, tapfer und wird dafür auch angerufen.

Familie

Tyr ist einer der älteren, wenn nicht einer der ältesten Götter aus dem germanischen Pantheon. Er steht außerhalb der üblichen Verwandschaftsverhältnisse, eine Gefährtin ist unbekannt, sie wird nur in der Oegisdrecka einmal ohne Namensnennung erwähnt.

Sein Vater ist nach der älteren Edda der Riese Hymir, später wurde Tyr Odin, als dieser zum Allvater aufstieg, als Sohn von Frigga untergeordnet (Snorri).

Mythologie

Damit die Asen Fenrir fesseln konnten, musste Tyr einen Eid brechen; Fenrir biss ihm dafür das Pfand, Tyr's Hand, ab. Tyr bezahlte also die zur Sicherung der kosmischen Ordnung notwendige Lüge mit dem Verlust seiner Hand. Während des Ragnarök wird Tyr den Wolf Garmr töten, selbst aber an den empfangenen Wunden fallen. Er ist einer der mächtigsten Asen, der in einigen Bereichen sogar seinen Vater überstimmt (s.u.).

Historie

Tyr ist der Gott, der dem Thing vorsteht. Sein Attribut sind das Schwert und der Tyrshammar (Quelle?), der auch als Symbol für das nordische Heidentum allgemein benutzt wird. Sein ursprüngliches Attribut war der Speer, sowohl Waffe wie auch Rechtssymbol, er wurde von Odin übernommen.

Die ehemals große Bedeutung Tyrs läßt sich an seinem Namen ablesen. Der Name Tyr ist etymoligisch direkt verwandt mit Tiw (Phönizisch), Zeus/Iupiter, sowie dem Schutzgott der Stadt Tyros.

Für das hohe Alter spricht auch die Bedeutung des Wortes Tyr. Im Altnordischen wird Tyr nicht nur für den Gott, auch für Gott im Allgemeinen verwendet, der Plural, Tivar, bedeutet Götter. Dies galt bis in die Wikingerzeit. Ebenso wird das Wort Tyr als Bezeichnung für Gott in vielen Kenningar für andere Götter, insbesondere für Odin verwendet.

Tyr spielt auch eine Rolle in der Runenmagie, in historischer Zeit trug die T-Rune seinen Namen. Es galt die Ansicht, daß man Siegrunen auf ein Schwert ritzt, wenn man zweimal T anführt; auf völkerwanderungszeitlichen Inschriften und Brakeaten tritt die T-Rune ebenfalls öfters als magisches Sinnzeichen auf.

Es dürfte sehr wahrscheinlich einen eigenen Tyrskult gegeben haben wie die Ortsnamen Tislund (lundr = Hain), Tysnesö und Tysnes in Dänemark bzw. Norwegen und andere in Schweden und England nahelegen.

An Tius erinnert heute das Wort deutsch von ahd. diutisc wie auch der Dienstag. Der zweite Wochentag der Römer, der dies Martis, wurde als Ziestag, Ziostag, Tiesdag, Tuesday, Ertag, Ergetag, Dienstag = Tag des Tyr, der dem römischen Mars gleichgesetzt wurde, in den germanischen Kalender aufgenommen.