Snorri Sturluson

Aus Liber Paganum
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isländischer Dichter, Historiker und Politiker (geboren 1179 in Hvamm - ermordet 1241 in Reykjaholt).

Snorri stammte aus dem Geschlecht der Sturlungen, zu Beginn des 13. Jahrhunderts die einflußreichste Familie Islands. Sein Leben ist durch die bereits im 13. Jahrhundert verfaßte Sturlunga Saga (Geschichte des Sturlungengeschlechts) gut bekannt, bzw. dokumentiert.

Seine Bedeutung liegt im literarischen Gebiet; neben einer Ólafs saga, der Heimskringla (Geschichte der norwegischen Könige) und möglicherweise auch einer Egils saga verdanken wir ihm vor allem das Skaldenlehrbuch Edda, üblicherweise als Snorra Edda oder Prosa-Edda bezeichnet. Snorri, der sich in seinen Schriften ausdrücklich zum Christentum bekennt, stellte die Geschichten seiner Edda aus alten Überlieferungen zusammen um, in einer christlichen Epoche, die altgermanischen Traditionen seiner Vorfahren vor dem Vergessen zu bewahren. Die Prosa-Edda ist zweifellos stark von Snorris christlicher Bildung durchsetzt, besonders die Gylfaginning aber bietet eine gelehrte Darstellung der altnordischen Mythologie und ist unsere wichtigste Quelle.

Der Leser sollte jedoch bedenken, daß die Mythen und Erzählungen zwischen Entstehung und Niederschrift Veränderungen in Personen und Ablauf der Handlungen erfahren haben. Sei dies durch Erzählung und Wiedererzählung oder Anpassung an eine christliche Zuhörerschaft geschehen. So kann es durchaus sein, daß sich die Erzählungen der älteren Edda mit denen der Prosa-Edda teilweise widersprechen oder Helden über die Zeit zu Göttern verklärt wurden.