Opfer

Aus Liber Paganum
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Ein Opfer ist eine Gabe von Gegenständen, Nahrungsmitteln oder Getränken für die Götter, Naturgeister und/oder Ahnen. Der Sinn des Opferns ist es, den Empfängern zu danken und sie bei Bitten durch den Wert des Opfers davon zu überzeugen, dass die Bitten ernst gemeint sind und man bereit ist, eben Opfer dafür zu bringen.


Arten der Opferung

Es gibt verschiedene Arten, Opferungen durchzuführen:


Opfergaben

Als Opfergaben eignen sich grundsätzlich Nahrungsmittel, Getränke, Wertgegenstände, Rauch. Es ist sinnvoll, die Opfergaben so auszusuchen, dass der Empfänger eine Beziehung zu bzw. einen Nutzen aus der Opfergabe hat.

Historisch sind für einzelne Götter bestimmte Gaben nachgewiesen:

  • Thor: Brot, Schlachtfleisch
  • Holle: Fisch
  • Tote/Ahnen: Speise und Trank
  • Wodan: Bier/Met
  • Für Fruchtbarkeitsgottheiten: Butter, Milch, Eier

Anlässe für Opferungen

  • Festtage der Götter, Ahnen bzw. Geister
  • Festtage im Jahreszyklus
  • Sonstige Feiern, z. B. Blots, die nicht wegen eines spezifischen Festtags durchgeführt werden
  • Dankgaben, z. B. Trankopfer vor Mahlzeiten wenn gewünscht


Andere Kulturen

Griechisch

In der klassischen griechischen Religion wurden alle genannten Arten von Opfer gebracht. Im täglichen Leben wurden beim Hauptmahl des Tages z. B. sowohl Trank- als auch Speiseopfer als Erd- und Feueropfer gegeben; der erste Trunk Wein wurde unverdünnt auf den Boden verschüttet als Gabe an Dionysos und die ersten Teile des Mahls wurden als Gabe an die Ahnen ins Herdfeuer gegeben.

Römisch

Im Römischen Bereich waren weitgehend dieselben täglichen Opfergaben üblich wie im Griechischen. Zusätzlich sind hier noch Opfergaben an Wegkreuzungen üblich, normalerweise Erdopfer für die Ahnen. Feueropfer am heimischen Herd für die Hausgeister, Feuer- und Luftopfer für die dii indigetes in ihren Tempeln und Wasseropfer für die See- und Flußgottheiten an ihren Ehrentagen und währen ihrer Feste sind gut belegt.


Anhand der Art und Ausbau des Kultplatzes, der Wahl der Opfer und der Art der Darbringung kann an archäologischen Ausgrabungsorten häufig festgestellt werden, welcher Gottheit die Opferung gegolten hat.