Hel

Aus Liber Paganum
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Hel ist das Totenreich, auch Niflheim, Niflhel oder Helheim genannt; aber auch die Totengöttin selbst.

Die Göttin Hel wird als halb schwarz (oder blau) und halb bleich (oder fleischfarben) beschrieben, sie ist düster und grimmig.

Familie

Tochter von Loki und Angrboda, Schwester von Fenrir und Jormungand.

Mythologie

Niflheim, das selbst wieder in neun Welten unterteilt ist, wurde Hel von Odin zugesprochen. Sie hat hier ihren Palast, der denen der anderen Götter in nichts nachsteht. Alle, die nicht im Kampf gefallen sind, finden hier ein friedliches Dasein.

Wer jedoch einmal das Gatter der von der Magd Modgud und dem Hund Garm bewachten Gjallarbrücke über den Fluß Gjöll durchschritten hatte, konnte nicht mehr in die Welt der Lebenden zurückkehren.

Bei Hel fand auch Baldur, nachdem er durch den Mistelzweig getötet worden war, ehrenvolle Aufnahme in einem goldenen Saal und er wurde üppig bewirtet. Auch er sollte Hels Reich nicht mehr verlassen, da die Riesin Thökk das zu seinen Gunsten zwischen Frigga und Hel ausgehandelte "Sonderabkommen" torpedierte und Baldurs Tod nicht beweinte.

Hermod, der das Abkommen in Friggas Auftrag aushandeln sollte, sprengte mit Odins Roß Sleipnir über den Fluß, damit er nicht in Niflheim festgehalten werden konnte.

Historie

Ursprünglich ein unspektakuläres Totenreich, das man sich im Norden nahe den Reichen der Riesen liegend vorstellte. Das Totenreich Hel wurde unter christlichem Einfluß immer mehr zum Verbannungsort, zu einer Hölle, in der die Meineidigen, die Bösen und die Mörder erwartet wurden. Auf dem Weg dorthin erwarteten sie Mühsal und Qualen, Rachegeister, der mit Messern und Schwertern gefüllte Fluß Slid(r) und ähnliches.

Snorri beschreibt, daß der Weg zur Unterwelt nach Norden und abwärts führt, darauf könnte auch Hel als kalte und feuchte Gegend hinweisen. Hiermit vergleichbar sind laut Simek die Grabhügel der Megalithkultur Westeuropas, die bronzezeitlichen Schiffgrabsetzungen und die vendel- und wikingerzeitlichen Schiffgräber - hier ist entweder die Grabkammer im Norden untergebracht oder das Grab weist eine Nord- Südausrichtung auf.

Das Wort Hel leitet sich von verbergen ab; das stützt die Ansicht, daß die Vorstellung von Hel ursprünglich beim Sippengrab (vgl. Megalithgräber) zu suchen ist: Ein Ort, an dem sich die Toten aufhalten.

Die Göttin selbst könnte eine späte Personifizierung des Totenreiches sein, jedenfalls trägt sie teilweise recht mittelalterliche, dämonenhafte, Züge.

Andererseits vertritt Rohregger die Ansicht, dass Hel ein Aspekt der mütterlichen Göttinnendreiheit Frigga - Holda/Holle - Berchta/Perchta ist, die als ein Dreigestirn auftreten und an die Göttinnendreiheit Ambeth - Wilbeth - Borbeth der keltischen Nachbarn denken lassen. In diesem Fall wäre Hel die dunkle Seite der Triade (Perchta) die wie Frigga in den Rauhnächten mit ihrem Gefolge über die Erde wandelt.