Feiern

Aus Liber Paganum
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Im Verlauf des Jahres gibt es einige Festtage, die von den meisten Heiden beachtet werden, sowie verschiedene andere Feiern, die nicht jeder Heide als wichtig betrachtet. Es gibt Feiertage für einzelne Götter, die natürlich nur für die Verehrer der jeweiligen Gottheit interessant sind. Andere Feiern sind flexibel und können innerhalb eines gewissen Zeitrahmens jederzeit stattfinden.


Was wird gefeiert?

Jahreszyklus

Im Lauf des Jahres sind vor allem die Sonnenwendfeiern (Sommer- und Wintersonnenwende) und die Tag-und-Nacht-Gleichen wichtig. Dazu kommen das Ostarfest und das Erntedankfest als allgemeine Feste.

Diese Feiern sind historisch sowohl gut als auch schlecht belegt. Es gibt ausführliche Beschreibungen dieser Feiern aus anderen Religionen (griechisch/römisch, keltisch, ägyptisch); die Beschreibungen der Festlichkeiten der germanischen und nordischen Heiden sind aber sehr lückenhaft und oft übertrieben dargestellt, da sie aus der Zeit der Christianisierung stammen und daher von Missionaren so geschrieben wurden, dass sie die Heiden als barbarisch und primitiv darstellen.


Ehrentage

Es gibt neben den Jahresfeiern auch Ehrentage für die einzelnen Götter, oft mehrere für eine Gottheit. Leider ist oft nicht mehr nachvollziehbar, an welchem exakten Datum im Jahr eine solche Feier angebracht war, da selten geklärt werden kann, welcher Kalender für die Angaben in der Literatur herangezogen wurde.

Soweit wir dies sagen können, wurden Götter- und Ahnenfeiertage mit Opfergaben und Umzügen verbracht, bei denen oft eine bzw. mehrere Figur(en) der Gottheit(en) durch die Gemeinden gefahren wurde.

Liste bekannter Feiern

  • 12. 01.: Festtag Friggas. Datum unsicher.
  • 31. 01.: Festtag der Nornen und Walküren. Datum unsicher.
  • Anfang Februar: Disenopfer.
  • 24. 03.: Festtag Heimdalls. Datum unsicher.
  • Erster Vollmond des Frühjahrs: Ostarfest.
  • 14. 04.: Sommerbeginn
  • 7 Wochen nach dem Ostarfest: Wittsonntag, Frigga geweiht.
  • 01. 06.: Festtag der Sygn (evtl. identisch mit Sigyn).
  • Sommersonnenwende, bzw. Mittsommer.
  • 30. 06.: Festtag von Loki und Sigyn. Datum unsicher.
  • 08. 07.: Festtag der Sunna. Datum unsicher.
  • 10. 07.: Festtag von Holda und Skadi. Datum unsicher.
  • 15. 07.: Festtag der Rowana. Datum unsicher.
  • 26. 07.: Festtag Sleipnirs. Datum unsicher.
  • 29. 07.: Festtag Thors. Datum unsicher.
  • 01. 08.: Lammas. Datum unsicher.
  • 17. 08.: Festtag Odins. Datum unsicher.
  • 23. 08.: Festtag der Nymphen. In fast allen westeuropäischen Religionen belegt.
  • 25. 08.: Festtag Odins. Datum unsicher. Eventuell verwechselt mit den römischen Opiconsivia.
  • 29. 08.: Festtag Urds. Datum unsicher.
  • Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche: Haustblót
  • 29. 09.: Festtag der Kriegsgötter, speziell Heimdalls.
  • 14. 10.: Disablót bzw. Winternächte.
  • 23. 11.: Festtag Wölunds. Datum unsicher.
  • 06. 12.: Festtag Nikolas' (vgl. Odin) und Thors.
  • Wintersonnenwende, bzw. Julfest.
  • Zeit zwischen den Jahren.

Namen der Feste

Während einige Namen für Feste überliefert sind (z. B. Lammas, Ostarblót, Jul), sind andere Namen nur als reine Beschreibungen bekannt, wie z. B. für die Sommersonnenwende. Das Fehlen eines festgelegten Namens sollte allerdings niemanden davon abhalten, ein Fest zu feiern.


Wo wird gefeiert?

Viele Feste wurden und werden zu Hause gefeiert. Größere Veranstaltungen finden an so genannten Kultplätzen statt, das heißt an öffentlichen Orten, die entweder an sich eine Bedeutung im Heidentum haben (z. B. Heilquellen, Naturdenkmäler) oder für das Fest extra geweiht werden. Das können Steinkreise sein oder Waldlichtungen, Flußauen oder Strände.


Wie wird gefeiert?

Da über die Art der Feiern nur sehr wenig sicher überliefert ist, muss man experimentieren. Einige Riten sind belegt; man sollte sich aber fragen, ob alle diese Riten heute noch zeitgemäß sind. Weil das germanische bzw. nordische Heidentum über einen sehr großen Raum verbreitet war und viel Kontakt mit anderen Kulturen hatte, kann man davon ausgehen, dass auch die Formen der Götterverehrung weit gestreut waren.

Nichts und niemand hindert einen daran, eigene Ideen umzusetzen. Dabei sollte man sich allerdings immer darüber im Klaren sein, dass man niemandem einen bestimmten Ritus vorschreiben kann oder sollte.

Weiterführende Artikel

Einige Artikel, die zur Anregung eigener Gestaltungen von Feiern dienen mögen.

- Historische Kult-_und Opferplätze

- Vorbereitungen einer religiösen Feier (McBlot)

- Einleitung des Blot

- Die Opferfeier