Die Redaktion

Aus Liber Paganum
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Inhaltsverzeichnis

Erla

Geboren, katholisch getauft und erzogen im Umfeld des "Katholizismus südlicher Schule" (= südlich des Weißwurstäquators), hatte ich das unglaubliche Glück mir sehr aufgeschlossene Eltern ausgesucht zu haben. So wurden mir in der Kindheit die Kerzen auf dem Weihnachtsbaum unter anderem auch damit begründet, daß wir ja jetzt die Wiederkehr des Lichtes in die Welt feiern.

Üble Erlebnisse mit einem meiner Religionslehrer brachten mich dazu, das Christentum - neben der "der liebe Gott ist ein netter Opa mit Rauschebart und hat alle Menschen lieb" Philosophie meiner Kindheit - näher zu betrachten. Ich stellte sehr bald fest, daß es einen großen Unterschied zwischen der Volkskirche (= das woran die Leute wirklich glauben) und der Amtskirche (Rom) gibt. Die Institution Kirche behagte mir nicht und die amtskirchliche Auslegung der Bibel auch nicht.

Die Faszination an den "Menschen vor unserer Zeit", ihrer Lebensweise und ihren Welt- und Glaubensvorstellungen tat ein übriges. Ich verschlang nahezu alle Bücher derer ich habhaft werden konnte - gute und weniger gute - zu den Themen Kelten, Germanen, Römer und Ähnliches und begann mich, auch durch neue Kontakte im Bekanntenkreis, für das Thema Heidentum zu interessieren.

Mittlerweile bin ich seit circa 20 Jahren Heide und beginne erst jetzt ein paar Zusammenhänge zu erkennen (also Mut, es braucht manchmal einen etwas längeren Atem). Zuerst als "Einzelkämpfer" auf mich allein gestellt habe ich glücklicherweise nette Menschen gefunden, die diese Interessen mit mir teilen und mich hier, am Liber Paganum, mitschreiben lassen. Hoffentlich ist damit für zukünftige Interessenten der Weg zur Alten Sitte nicht so steinig und mühsam, wie meiner.

Hippo

Ich war mal Christ. Und dann war ich vom Christentum enttäuscht. Bitte versteht mich nicht miß-; ich meine das im ureigensten Sinn des Wortes: Ich habe mich getäuscht und dann letztendlich der Täuschung entledigt. Eben ent-täuscht. Karlheinz Deschner, ein sehr empfehlenswerter Autor, hat es mal so auf den Punkt gebracht: "Ich denke, also bin ich kein Christ".

Meine Rolle als Redakteur in diesem Werk betrifft vor allem das Design einer Alltagstauglichen Identität für Heiden. Jeder Christ weiß, wie er sich öffentlich als Christ darstellt, wenngleich ich die meisten christlich getauften Menschen nicht als Christen bezeichnen möchte und die Mehrzahl der übrigen Kirchensteuerzahler sich dessen nicht bewußt ist. Es gibt Symbole, mit denen man sich, seine Wohnung oder sein Fahrzeug schmücken kann, es gibt Verhaltensmuster und es gibt tradierte Redewendungen ("weiß Gott", "Gott sei Dank", etc.) die den Benutzer als Christenmenschen identifizieren.

Aber was tut der Heide, um seinen Mitmenschen eine ebenbürtige unterschwellige Mitteilung zu machen? Eine Frage, die es zu klären gilt.

Hraban

Auch ich gehörte einer monotonen Gruppe an; stellte im Alter von 20 nach intensivem Bibelstudium fest, daß 1. der christliche Himmel sowieso für mich gesperrt ist 2. der in der Bibel beschriebene Gott wohl mal zum Psychiater müßte und 3. die dort gepredigten Ethik- und Moralprinzipien im Widerspruch zu meiner Meinung über Freiheit und Gewissen stehen. Nach längerer Suche fand ich für mich heraus, daß die hier vorgestellte polytheistische Religionsform am besten zu meinen gesellschaftlichen Einstellungen und meinem Charakter paßt. Nebenbei konnte so mein Hobby Archäologie mit diesem Thema verquicken.

Nach 22 Jahren praktizierten germanischen Polytheismus bekam ich die unterschiedlichsten Eindrücke von den praktizierten Glaubensvorstellungen anderer, die sich selbst als Heiden bezeichnen. Mir fiel auf, daß unter diesem Begriff einen ganzer Glaubenszirkus zu finden ist, der zum großen Teil mit der in Mittel- und Nordeuropa verbreiteten vorchristlichen Religion kaum etwas gemeinsam hat. Aus diesem Grunde arbeite ich an dieser Homepage mit.

Hraban starb im Frühjahr 2014. Sein Kampf gegen die Unwissenheit war und bleibt für uns alle eine Inspiration.

Karsten

Getauft wurde ich gegen meinen Willen, als ich zu klein war, mich dagegen zu wehren. Berichten zufolge soll ich mich aber zumindest verbal, mit der für mein damaliges Alter üblichen Wortwahl, geäußert haben.

Nachdem ich nie ein überzeugter Christ gewesen war und die im Religionsunterricht empfohlenen Teile der Bibel als eine Art alternativen Abenteuerroman auffasste, las ich dieses Werk der Weltliteratur von vorn bis hinten, und sah nach dieser Lektüre ein, dass ich als ehrlicher Mensch nicht länger auch nur dem Namen nach Christ sein konnte.

Nach einiger Recherche und einigen Ereignissen, deren Erzählung hier zu weit führen würde, kam ich zum Schluss, dass das nordische Heidentum wohl am ehesten mit meinem Weltbild und meinen Vorstellungen von Ethik in Übereinstimmung zu bringen ist.

Meine Redaktionsaufgaben in dieser Fassung des liber paganum umfassen unter anderem die Koordination, das Korrektorat, die Moderation und Formulierung. Sowie das Stellen unangenehmer Fragen.