Altar

Aus Liber Paganum
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Einleitung

Ein Altar ist meistens eine Art geweihter Tisch, der bei rituellen Handlungen als Abstellfläche oder auch als Arbeitsunterlage dient. Je nach Zweck kann dafür, im privaten Bereich, die Fläche eines Nachttischchens ausreichen. Wer die Möglichkeit hat und eventuell größere Veranstaltungen plant, braucht natürlich etwas größeres. Im einfachsten Fall geht Omas alter Küchentisch (mit dem richtigen Festschmuck muß das nichts schlechtes sein). Selbstverständlich lassen sich aber auch eigene Ideen umsetzen oder Bauformen aus dem Mittelalter rekonstruieren.


Historisches

Altäre sind aus sehr vielen Kulturen aus dem indogermanischen Bereich bekannt und bis zurück in die Steinzeit nachgewiesen. Die Form der Nutzung war dabei nicht immer einheitlich.

Im nordisch/germanisch/keltischen Bereich sind Altäre bei fast jedem Kultplatz nachgewiesen. Oft ist eine besondere Himmelsausrichtung zu beobachten. Aufgrund der Bauform unterscheidet man zwischen Holzaltären, Plaggenaltären oder Steinaltären. Sie dienen u. a. zum:

  • Aufstellen von Idolen (Götterfiguren)
  • Aufstellen der Opfer
  • Lagerung der Ritualgeräte
  • Zerlegen des Opfers (Ein Indiz für diese These ist die massive Konstruktion)


Holzaltäre

Holzaltäre bestehen aus vier ca. 9 - 11 cm dicken Pfosten und einer Platte. Die Platte kann aus Baumscheiben, geflochtenen Matten oder einer einfachen Bretterkonstruktion bestehen.

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Thoraltar, selbst nach Funden der mittleren römischen Kaiserzeit aus Oberdorla rekonstruiert und in Gebrauch


Plaggenaltäre

Plaggenaltäre bestehen aus einem rechteckigen Flechtgerüst in das Grassoden (Rasenziegel) eingeschlichtet werden. So ergibt sich ein bei guter Pflege recht haltbares und standfestes Gebilde, das auch als Opfertisch dienen kann. Es wäre möglich, daß Plaggenaltäre in Gegenden bevorzugt errichtet wurden, die einen entsprechenden Steinmangel aufweisen.

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Plaggenaltar, Rekonstruktion im Freilichtmuseum Oberdorla

Steinaltäre

Steinaltäre, sogenannte horgr, finden sich gelegentlich seit der Hallstattzeit auf Kultplätzen. Sie werden auch literarisch wie in der Edda erwähnt. Laut der Snorra Edda (Prosa-Edda) werden hier die Wanen und besonders die Wanengöttinen verehrt.

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Steinaltar, Rekonstruktion im Freilichtmuseum Oberdorla

Im römisch beeinflussten England des ersten bis sechsten Jahrhunderts wurden auch viele Steinaltäre nach römischem Vorbild errichtet und benutzt. Diese Altäre waren meistens aus einem Block gehauene Plattformen von ca. 70 x 70 cm, in der Höhe zwischen hüft- und mannshoch. Auf diesen Altären wurden Speise- und Trankopfer dargebracht und auch in Silberfolie geritzte Wunschlisten oder Flüche platziert. Ob Papyrus bzw. Pergament benutzt wurde, ist nicht bekannt -- beide Medien können benutzt worden sein, wären aber in der Zwischenzeit restlos verwest.


Weblinks

Opfermoor Oberdorla